Erste Beweisfotos von Nassi
Jeder kennt Nessi, das Ungeheuer von Loch Ness. Auch wenn es seit Jahrhunderten hin und wieder gesichtet wurde, entzog es sich bisher erfolgreich fotografischer Beweise, sodass es jedem selbst überlassen bleibt, es für Wirklichkeit oder für eine Sage zu halten.
Sehr ähnlich steht es um die Nassovenschildkröte Nassi, die 500 Meter unterhalb des Nassovenstegs am gegenüberliegenden Ufer lebt. Bereits vor 1 – 2 Jahren wollten Ruderer sie gesehen haben, konnten jedoch keinen Beweis antreten. Nachdem sich die Hinweise auf einen bestimmten, halb im Wasser stehenden Busch verdichteten, haben wir während der Ausfahrten in den letzten Monaten verstärkt nach diesem Phantom Ausschau gehalten, sodaß inzwischen 4 Ruderer die Schildkröte mehr oder weniger genau gesehen zu haben glauben.
Etwa in einer von 5 Vorbeifahrten hat man die Gelegenheit, das Tier etwa 20 cm über dem Wasserspiegel auf einem recht flach aus dem Wasser ragenden Ast, meist in der untersten Astgabel in der Sonne liegen zu sehen, siehe zweites Bild. Rudert man näher heran, lässt sich Nassi mit einem hörbaren Platschen ins Wasser fallen. Praktisch alle Fotografierversuche scheiterten daran, dass Nassi beim Auspacken und entsichern der Kamera oder des Handys abgetaucht ist. Ein einziges Mal wurde sie bisher beim mühsamen Heraufrutschen entlang des feuchten Astes beobachtet, siehe erstes Bild.
Die europäischen Sumpfschildkröten sind auf deutschen Flüssen seit Ende des 19. Jahrhunderts ausgestorben. Sie wurden als Delikatesse „überfischt“ und durch Flußbegradigung und landwirtschaftlicher Nutzung von Seen und Sümpfen ihres Lebensraums beraubt. Erst vor wenigen Jahren begannen Naturschützer Sumpfschildkröten im Rhein auszuwildern.
In meinem früheren Ruderrevier auf dem Neckar bei Marbach gibt es übrigens seit über 15 Jahren einen am Ufer aus dem Wasser ragenden Busch, auf dem ab und zu, zuletzt im Frühjahr diesen Jahres eine kleine Schildkröte gesehen wurde. Mit ca. 10 cm Gesamtlänge muss man allerdings sehr genau wissen wo man sie sucht, und dasselbe gilt für Nassi, auch wenn unser Höchster Exemplar insgesamt etwa 20 cm lang ist.
Viel Spaß beim Suchen und Beobachten.
Wolfgang